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Über 500 Jahre St. Magnusbruderschaft Sargans

 

Am Hinteren Stutz im Städtchen Sargans befindet sich eine kleine Wegkapelle aus dem 17. Jahrhundert. Ein Tafelbild zeigt den heiligen Magnus mit Stab und Drachen. Der Mönch aus dem Koster St. Gallen missionierte vor allem im Allgäu und soll um 772 am 6. September in Füssen  gestorben sein.

«Sankt Mang» wurde vor allem in ländlichen Gegenden verehrt, da er als Bändiger von wilden Tieren, als Drachentöter und Patron für Schädlingsbekämpfung galt. Der Legende nach soll ein Bär Magnus auf die Spur von Erzadern gebracht haben. So ist es nicht verwunderlich, dass der Magnuskult schon im Mittelalter den Weg ins Sarganserland gefunden hatte, wo die Bevölkerung weitgehend von den Erträgen der Landwirtschaft und teilweise auch von der Arbeit im Gonzenbergwerk abhängig war. Missernten, Epidemien, Viehseuchen und Unglücksfälle im Bergwerk brachten die Menschen oft in grosse Not. In ihrer Ohnmacht suchten sie Zuflucht im Glauben und je nach Anliegen auch bei Heiligen, denen sie helfende Kräfte zuordneten.

In den häufigen Notlagen verstanden sich die Menschen als Schicksalsgemeinschaft, woraus sich sogenannte Bruderschaften bildeten. Dies waren kirchlich anerkannte Vereinigungen von Gläubigen und Berufsgruppen, die sich unter das Patronat eines Heiligen stellten, der besonders verehrt und in Notzeiten angerufen wurde. Allen Bruderschaften gemeinsam waren die Förderung der Frömmigkeit und Wohltätigkeit (Caritas) sowie das Totengedächtnis ihrer verstorbenen Mitglieder.

Vor diesem Hintergrund entstand auf Initiative von Bergleuten, die im Gonzenbergwerk ihre gefährliche Arbeit verrichteten, die erstmals 1492 urkundlich erwähnte St. Magnus-Bruderschaft Sargans. Sie ist eine der ältesten noch existierenden Bruderschaften der Schweiz. Als ihre zentrale Aufgabe betrachtete sie das Totengedenken an ihre verstorbenen Mitglieder und den moralischen und materiellen Beistand für die Hinterbliebenen verunglückter Bergleute sowie die Unterstützung von armen und bedürftigen Mitgliedern.

1980 beschloss die Bruderschaft, auch alleinstehende Frauen als Vollmitglieder aufzunehmen; Ehefrauen von Magnusbrüdern waren bisher schon in die Bruderschaft einbezogen. 

 

 

 

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